
Frequently asked Questions
Ist Physiotherapie für mein Tier sinnvoll?
Physiotherapie und Osteopathie verbessern nachweislich die Gesundheit von Tieren. Sie bieten nicht nur vor und nach Operationen, bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Nervensystems einen unschätzbaren Mehrwert, sie dienen gleichermaßen der Früherkennung von Erkrankungen sowie der Prävention von Folgeschäden für Tiere aller Altersklassen.
Ersetzt Physiotherapie/Osteopathie den Besuch beim Tierarzt?
Nein! Der Tierarzt verfügt über weitreichende Möglichkeiten der Diagnosestellung bei Beschwerden, z. B. Röntgendiagnostik. Diese ermöglichen ein viel klareres Bild über den Zustand des Skeletts und der Gelenke als dies durch die rein äußerliche Bestandsaufnahme, wie sie durch den Physiotherapeuten erfolgt, möglich ist. Eine gesicherte Diagnose des Tierarztes ermöglicht zudem eine gezieltere physiotherapeutische/osteopathische Behandlung.
Nur wenn alles gut aufeinander abgestimmt ist, bekommt Ihr Tier die beste Behandlung und ist optimal versorgt.
Stellen Sie Ihr Tier bitte beim Tierarzt vor, wenn Sie Veränderungen im Gangbild oder im Verhalten bemerken oder wenn Sie Schmerzen vermuten.
Woran erkenne ich, dass mein Tier Schmerzen hat?
Schmerzäußerungen beim Tier können sehr vielfältig sein. Zudem können sie ihre Probleme lange kompensieren und sind Meister darin, sich nichts anmerken zu lassen. Aus diesem Grund bemerken viele Besitzer leider erst sehr spät, dass ihr Tier unter Schmerzen leidet.
Schmerzanzeichen bei Hunden können sein:
-
Verändertes Verhalten – Ihr Hund ist plötzlich ängstlicher, ruhiger oder aggressiver als früher
-
Schwerfälliges hinlegen, hinsetzen oder aufstehen
-
Vermehrtes Strecken oder vermeiden des Streckens
-
Schütteln nicht mit dem ganzen Körper – die Bewegung geht nicht über den kompletten Rücken
-
Meideverhalten – Ihr Hund verzögert oder vermeidet z. B. das Springen ins Auto oder auf die Couch
-
Bewegungsunlust oder Rastlosigkeit
-
Der Rücken ist aufgewölbt oder hängt durch
-
Vermehrtes Hecheln, Sabbern oder Gähnen während oder nach Belastung
-
Verändertes Gangbild – Ihr Hund bleibt öfter stehen oder legt sich hin, er läuft z. B. plötzlich langsamer, schief oder er lahmt
-
Hohe Körperspannung, z. B. angespanntes Gesicht (glatte Kopfhaut, Muskelwülste, „Grinsen“)
-
Berührungsempfindlichkeit – Bürsten oder Streicheln ist unangenehm oder die Haut zuckt bei Berührung
-
Aufsuchen von Sicherheitszonen oder Verkriechen
-
Körperstellen benagen, belecken, z. B. die Pfoten oder ein anderes Gelenk nach dem Spazierengehen
-
Veränderung Augenpartie – die Augen sind weit aufgerissen oder schlitzförmig
-
Veränderungen des Fells – es ist z. B. härter, struppiger, steht ab oder hat Wirbel an Stellen, wo vorher keine waren
Schmerzanzeichen bei Katzen können sein:
-
Rückzug – Ihre Katze verkriecht sich vermehrt in Verstecken
-
Appetitlosigkeit
-
Verändertes Verhalten – Ihre Katze ist plötzlich ängstlicher, ruhiger oder aggressiver als früher
-
Rückgang der Aktivität
-
Vermindertes Putzen
-
Unsauberkeit
-
Vermehrtes Mauzen oder Fauchen
-
Berührungsempfindlichkeit
-
Angespannte Körperhaltung – Ihre Katze hockt vermehrt zusammengekauert
All diese Symptome können natürlich auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Bei Auffälligkeiten stellen Sie Ihr Tier bitte bei einem Tierarzt vor.
Mein Tier hat Arthrose! Was ist das und was muss ich beachten?
Arthrose ist meistens ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen.
Zum Teil ist Arthrose genetisch bedingt, d. h. jegliche Fehlstellungen an Gelenken, wie Hüftgelenksdysplasie oder oder O-Beine begünstigen die Entstehung einer Arthrose. Andererseits wird sie aber auch häufig erworben, z. B. durch Traumata, Entzündungen, Überspannung von Muskeln und Faszien aber auch durch Übergewicht oder bei Sporthunden aufgrund der Belastung durch häufige Sprünge über Hürden.
Jeder fünfte Hund über einem Jahr ist von Arthrose betroffen, bei Hunden ab sieben Jahren ist bereits jeder dritte Hund betroffen.
Bei einer Arthrose kommt es immer zu einer Schädigung des Gelenkknorpels (oder der Bandscheibe) wie auch zu einer pathologischen Veränderung der umliegenden Strukturen, welche letztlich auch Veränderungen am Knochen hervorrufen können.
Arthrose ist eine chronische, degenerative Erkrankung, in deren Verlauf die Patienten lange, relative symptomlose Phasen haben können, die sich mit Phasen des akuten Aufflammens abwechseln. Im Laufe der Zeit und mit voranschreitender Degeneration kommt es zu einer Intensivierung der Schmerzen und zu einer vermehrten Einschränkung durch den Schmerz.
Bestimmte Techniken der Physiotherapie und Osteopathie sorgen dafür, dass die Gelenke besser mit Nährstoffen versorgt werden und dadurch nicht so schnell geschädigt werden. Darüber hinaus nehmen sie Spannung aus der Muskulatur und tragen somit erheblich zu Wohlbefinden und Schmerzlinderung bei. Sie beugen sekundären Problemen vor, die unbehandelt aus Fehl- und Überbelastungen entstehen würden.
Auch Sie als Besitzer können einiges für das Wohlbefinden Ihres Tieres tun. Ruhige, auch ausdauernde Spaziergänge, die der Leistungsfähigkeit und dem übrigen Gesundheitszustand des Hundes entsprechen, sind bei Arthrose optimal. Allerdings sollten Sie alle sportlichen Aktivitäten vermeiden, die große Belastungen für die Gelenke darstellen, wie z. B. hohe Sprünge und scharfe Wendungen aus vollem Lauf.
Was ist der Unterschied zwischen Physiotherapie und Osteopathie?
Obwohl die beiden Fachrichtungen häufig Hand in Hand gehen und das Ziel verfolgen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrem Ansatz und ihrer Philosophie.
Vereinfacht kann man es sich folgendermaßen vorstellen:
Physiotherapie ist der Spezialist für die Mechanik und die Wiederherstellung von Bewegung, mit dem Ziel Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit wiederherzustellen oder zu erhalten und Muskeln gezielt aufzubauen. Lahmt das Tier z. B. aufgrund einer Arthrose im Sprunggelenk wird nach dem physiotherapeutischen Ansatz das Sprunggelenk behandelt, die verspannte Rückenmuskulatur gelockert und Übungen zu Kräftigung der Muskulatur durchgeführt.
Indessen ist die Osteopathie der Detektiv für die Ursachensuche im gesamten System. Das Tier wird als Einheit aus Knochen, Organen und Gewebe betrachtet, welche durch Faszien miteinander in Verbindung stehen und sich darüber gegenseitig beeinflussen. Osteopathie verfolgt das Ziel die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, Blockaden zu lösen und so verborgene Spannungsketten im Organismus zu identifizieren und aufzulösen. Der Osteopath schaut sich z. B. das Becken an und stellt fest, dass eine Blockade hinten links dazu führt, dass der Hund vorne rechts überlastet. Er löst die Blockade im Becken, damit die Schulter gar nicht erst überlastet wird.
Kann ich als Besitzer etwas tun, um mein Tier zu unterstützen?
Auf jeden Fall. Das die Besitzer hinter der Behandlung stehen und aktiv mitwirken ist ausgesprochen wichtig, um schnell einen Therapieerfolg zu erzielen. Dies kann von der richtigen Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln, Massagen, vorsichtiger Gelenkmobilisation, bis hin zu einem Fitnesstraining zum Muskelaufbau reichen.
Je nach Befund und Therapieplan werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Tier am besten Unterstützen können.
Darf ich mein Tier vor der Behandlung füttern?
Vor der Behandlung sollte Ihr Tier ca. 2h nichts zu fressen bekommen. Insbesondere bei größeren Rassen könnte es sonst zur befürchteten Magendrehung kommen.
Was muss ich nach der Behandlung beachten?
Direkt nach der Behandlung sollten Sie keine größeren Spaziergänge oder Aktivitäten mehr einplanen. Die Behandlung ist sehr anstrengend und dem Tier sollte danach Ruhe gegönnt werden. Ruhephasen verbessern die Wirksamkeit der Behandlung: „Pausen gehören zur Therapie“!
Wie viele Behandlungen braucht mein Hund?
Das ist sehr individuell und hängt u. a. vom Grund Ihres Praxisbesuches, der Symptomatik des Patienten und Ihrer Mitwirkung ab. Bei akuten Beschwerden, wie der Rehabilitation nach Operationen und Verletzungen, reichen oft schon 5 - 10 Behandlungen aus, um Ihrem Tier eine weitestgehend normale Mobilität zurückgeben. Das Ziel wird auch deshalb schnell zu erreichen sein, weil Sie Übungen an die Hand bekommen, die Sie Zuhause weiterführen können.
Bei chronischen und degenerativen Krankheitsbildern hingegen, wie z. B. bei Arthrose, Spondylose, Hüftgelenksdysplasie oder Cauda Equina, sollte die Behandlung kontinuierlich fortgeführt werden, um eine Verschlechterung der Symptomatik möglichst zu verhindern oder zu verlangsamen. Auch hier werden Sie entsprechende Übungen für Zuhause an die Hand bekommen, wodurch die Behandlungen in größeren Abständen erfolgen können.
Wann stellt sich nach der BEhandlung eine Verbesserung ein?
Dies hängt von dem Krankheitsbild und der Konstitution des Tieres ab. Häufig berichten die Besitzer von einer unmittelbaren Verbesserung der Symptomatik, in manchen Fällen kann es aber auch zu einer Erstverschlimmerung kommen oder dazu, dass es einen Tag nach der Behandlung besser ist, bevor dann wieder ein Rückschritt erfolgt. Das ist ganz normal, trotzdem bin ich sehr froh um jegliche Rückmeldung nach der Behandlung. Nach den ersten 3-5 Behandlungen sollte eine Verbesserung feststellbar sein.
Warum geht es meinem Tier nach der Behandlung schlechter?
In Einzelfällen kann man den Eindruck gewinnen, dass es dem Tier nach der Behandlung schlechter geht. Das liegt daran, dass auch Tiere nach körperlichen Aktivitäten Muskelkater bekommen können. Bei der Behandlung werden zum Teil völlig neue Reize auf Muskulatur, Gelenke und Sehnen gesetzt, die, auch wenn es gar nicht so anstrengend aussieht, doch sehr intensiv sind. Außerdem kommt es mitunter dazu, dass der Körper erst einmal wieder in einen „akuten“ Krankheitsverlauf verfällt, aus dem heraus er mit der Heilung beginnen kann. Nach spätestens 3-5 Tagen sollte sich dann aber eine Verbesserung einstellen.
Was ist Laserfrequenztherapie?
Die Laserfrequenztherapie ist eine neue, eigenständige Therapiemethode, die Mitte der 2000er Jahre entwickelt wurde und seither von vielen Therapeuten in der Human- und Veterinärmedizin angewendet wird. Aussagen zur Effektivität der Lasertherapie beruhen heute auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament. Laserfrequenztherapie beeinflusst die Energetik des Stoffwechsels und stärkt damit die körpereigenen Regelungsmechanismen.
Die Indikationen für die Laserfrequenztherapie sind vielfältig. Dazu zählen u. a.
-
Unterstützung der Geweberegeneration
-
Schmerzlinderung - natürliche Anästhesie
-
Förderung der Wundheilung und Infektionsabwehr
-
Narbenbehandlung und Neutralisierung von Störfeldern
-
Förderung der Heilung bei verletzten Knochen und Faszien
-
Anregung des lymphatischen Flusses
-
Anregung des Zellstoffwechsels
Werden die Kosten von der Versicherung übernommen?
Einige Tierkrankenversicherungen oder OP-Versicherungen übernehmen die physiotherapeutischen Behandlungen anteilig oder bis zu einem bestimmten Betrag. Hier lohnt es sich vorab einen Blick in die Vertragsunterlagen zu werfen oder nachzufragen. Bei Bedarf stelle ich gerne eine detaillierte Rechnung mit Behandlungsübersicht aus.
